Künstlerisch-philosophische Leinwandgespräche in Öl und anderen Maltechniken. Ein bildungskünstlerischer Studienkurs
|projektbeschreibung|
Dieses Projekt beschäftigt sich mit der Frage, wie mehrere Menschen gemeinsam ein Bild erschaffen können. Dabei geht es nicht darum, persönliche Gefühle auszudrücken oder therapeutisch zu arbeiten. Auch soll kein Sammelbild entstehen, in dem einfach viele unterschiedliche Stilrichtungen ineinandergreifen. Stattdessen wird ein künstlerischer Weg gesucht, bei dem jeder Teilnehmer zugleich aus seiner eigenen Intuition und einem gemeinsamen schöpferischen Prozess heraus gestaltet.
Ziel ist es, dass sich die unterschiedlichen Persönlichkeiten nicht außerhalb, sondern innerhalb dieses künstlerischen Geschehens begegnen und miteinander wirken.
STUDIENBEREICHE
Das Projekt gliedert sich in mehrere Studiebereiche:
- Stimmungspolaritäten – Die Temperamente und ihre Gegensätze kennenlernen.
- Bildidee und Handlungsgrenzen – Eine gemeinsame Bildidee erfassen und eigene Grenzen im Gestalten überwinden.
- Farbe und Färbung – Den Unterschied zwischen dem Erleben und dem Wahrnehmen von Farbe untersuchen.
- Das Portraitprinzip – Den Gestaltungsprozess zwischen Führen und Folgen erfassen.
- Bewusste Bildwirkung – Das Bild als Ausdruck einer lebendigen Idee verstehen.
- Bildungsdynamik – Inspiration als einen zeitlichen und entwickelnden Prozess begreifen.
- Das freie Bildwerk – Intuition als unmittelbaren Antrieb des Handelns erleben.
Atelierstunden
Begleitend zu den Studienbereichen finden praktische Übungsstunden statt:
- Gestaltungstechnik – Flächen, Formen und Strukturen entdecken und gezielt einsetzen.
- Modulationstechnik – Arbeiten schrittweise entwickeln: anlegen, aufgreifen, ausarbeiten und vollenden.
- Inspirationstechnik – Neue Impulse finden und den Mut entwickeln, ungewohnte Wege zu gehen.
Die handlungsprämissen
Damit bildungskünstlerisches Arbeiten möglich wird, sind vier Voraussetzungen wichtig:
Keine Gegenständlichkeit
Auf der Leinwand soll nur das entstehen, wozu sich ein Teilnehmer aus seiner eigenen Inspiration heraus bewegt fühlt. Sobald konkrete Gegenstände wie Gesichter, Häuser oder Blumen dargestellt werden, wird der freie Entwicklungsprozess eingeschränkt. Gegenständliche Formen lenken die Aufmerksamkeit in eine festgelegte Vorstellungswelt und erschweren dadurch das gemeinsame, offene Gestalten.
Keine Gestaltungsdominanz
Jede Intention ist grundsätzlich berechtigt! Entscheidend ist jedoch, ob jemand seine Impulse dem gemeinsamen Bild zur Verfügung stellt oder versucht, das gesamte Bild nach seinen eigenen Vorstellungen zu bestimmen. Wer andere von seiner „Richtigkeit“ überzeugen will, verliert leicht den Blick dafür, dass er nur ein Teil des Ganzen ist. Dies kann Spannungen und Widerstände in der Gruppe hervorrufen.
Keine Gebietsansprüche
Im Verlauf des Arbeitens entstehen oft sorgfältig gestaltete Bildgebiete. Dennoch muss es möglich sein, dass andere Teilnehmer diese verändern oder weiterentwickeln. Wer an seinen eigenen Beiträgen festhält, stellt persönliche Ansprüche über die gemeinsame Bildidee. Daraus entstehen häufig Konflikte, die den schöpferischen Prozess stören.
Unbefangene Betrachtung
Während des Malens ist man vollständig in den Gestaltungsprozess vertieft. Nach diesem Arbeitsschritt ist es wichtig, innerlich Abstand zu gewinnen und das gesamte Bild unvoreingenommen und möglichst objektiv zu betrachten. Dabei geht es nicht um den eigenen, persönlichen Standpunkt, sondern darum, aus der Bildidee heraus zu urteilen. Auf diese Weise entsteht ein Arbeitsrhythmus: Man arbeitet am Bild, tritt zurück, betrachtet das Ganze neu und möglichst objektiv und gewinnt daraus wiederum neue Impulse für den nächsten Schritt.
die bildideen
Als gemeinsame Bildideen eignen sich besonders Inhalte, die inhärent in jedem Menschen vorhanden sind. Dazu gehören zum Beispiel die Temperamente.
Deshalb beginnt das Projekt mit diesen als die Bildideen. Die Teilnehmer lernen, wie aus diesen Bildideen heraus die entsprechenden Stimmungen mittels Farben, Formen und Bewegungen im Bild sichtbar gemacht werden müssen. Dieser Anspruch ist für den Einstieg relativ leicht, da z.B. eine leichte, heitere, fröhlich-sanguinische Bildstimmung von jedem interessierten ausgearbeitet werden kann.
Im weiteren Verlauf entwickeln die Teilnehmer ihre Fähigkeit zur Intuition. Allmählich kann dann eine Bildidee entstehen, die sich nicht mehr nur aus einzelnen Beiträgen zusammensetzt, sondern aus sich selbst mit und durch die Arbeitsweise aller Beteiligten gemeinsam Gestalt annimmt. In solchen Momenten entstehen dann die echten, künstlerisch-philosophischen Leinwandgespräche.
|WIE GEARBEITET WIRD|
Gearbeitet wird in kleineren Gruppen, deren Zusammenstellung die individuellen Kunsterfahrungen einzelner berücksichtigt.
Zu einer Bildarbeit in einem Studien-Kursbereich gehört eine jeweilige Atelierstunde dazu. Beide zusammen bilden eine Kurseinheit. Kurseinheiten wiederum werden in Modulen zusammengefasst.
Die Arbeitszeit pro Kurseinheit wird ca. 4-10 Stunden in Anspruch nehmen, inkl. Abstandspausen und Reflektionsgesprächen unter den Teilnehmern.
Entstehende Bildwerke werden immer ausstellungsfähig ausgearbeitet und gehen in den Besitz der Teilnehmer über. Die entsprechende Präsentation oder der Verkauf kann über die Galerie von OPUS COMMUNIS arrangiert werden.
|WAS LERNEN DIE TEILNEHMER?|
Im Verlauf des Studienprojekts entwickeln die Teilnehmer:
- Kenntnisse in der Mal- und Gestaltungstechnik
- Methodenvielfalt in der Modulationstechnik
- Erfahrung in der Inspirationstechnik
- Ein Verständnis für Stimmungs- und Gefühlsbeziehungen
- ein Bewusstsein für Bildwirkungen
- einen zielgerichteten Umgang mit Farben und Formen
- die Fähigkeit, Intuitionen auszugestalten
- Erfahrung im gemeinschaftskünstlerischen Arbeiten
- Erfahrungen über menschenkundliche und psychologische Zusammenhänge
|VORAUSSETZUNGEN|
Vorausgesetz wird ein Interesse, mit anderen als Gruppe zusammen ein gemeinsames Bildwerk zu erschaffen. Damit dies gelingen kann, müssen die Handlungsprämissen beachtet werden.
Die Voraussetzungen an die künstlerisch-technischen Fertigkeiten sind relativ minimal, weil keine gegenständlichen Motive gemalt werden.
|kosten|
Je nach Ort und Anzahl der Teilnehmer beträgt der Kostenbeitrag 20 – 80 € pro Person.
